Harmony. Ein Pferd für immer Zurück zur Startseite

Das Glossar aus “Harmony. Ein Pferd für immer”. Illustriert mit Photos von Alexia Meyer-Kahlen, ihrer Stute Samira und den Pferden am Helfenbein Hof.

A

Abäppeln –Die Pferdeäpfel vom Boden von Stall oder Reitplatz auflesen.

Abkauen, Kauen –Mit Kaubewegungen zeigt das Pferd allgemein an, dass es sich loslässt und entspannt (manchmal auch mit Gähnen). In der Bodenarbeit kann das Leerkauen oft beobachtet werden, nachdem das Pferd eine neue Aufgabe erfolgreich bewältigt hat (siehe auch Lecken des Mauls).

Abschnauben –Mit dem Schnauben lässt das Pferd eine körperliche oder mentale Anspannung los oder signalisiert allgemein Zufriedenheit.

Abschnobern –Pferde sind sehr neugierig und untersuchen neue Dinge gerne zuerst mit der Nase, indem sie die Nüstern weit aufblähen und beim „Beschnuppern“ des ihnen unbekannten Objekts oft deutlich hörbar die Luft einsaugen und ausstoßen.

Agility Parcours, Agility –In einem umgrenzten Bereich werden verschiedene, oft sehr fantasievolle Hindernisse aufgebaut, welche die Vertrauensbereitschaft und Geschicklichkeit des Pferdes herausfordern. Ein Agility Parcours kann von Pferd und Mensch geritten, am langen Seil (Arbeit am (langen) Seil) oder in Freiarbeit durchlaufen werden.

Aktivstall, Bewegungsstall –In den letzten beiden Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum entwickelte Haltungsform für Pferdeherden, bei der eine vollautomatisierte Fütterung an verschiedenen Stationen (Heufutterautomat, Kraftfutterautomat) in kleinen Portionen über den ganzen Tag verteilt wird. Das Pferd ist so dazu angehalten ist, sich zwischen den Stationen den ganzen Tag zu bewegen. Jedes Pferd trägt dabei einen individuell programmierten Chip (Transponder).

Alphatier, Leittier –Allgemein geht man in der Verhaltensbiologie davon aus, dass es in Herden klare Rangordnungen gibt, wobei der Anführer als Leittier oder Alphatier bezeichnet wird. In Pferdeherden lässt sich nach verhaltensbiologischen Beobachtungen neben der Dominanz eines Pferdes über ein anderes allerdings auch eine zweite, mindestens genau so wichtige Form von Beziehung beobachten: die der Freundschaft zwischen einzelnen Pferden. Im artgerechten Umgang mit Pferden sollte sich darum beides widerspiegeln, sowohl Respekt, als auch Vertrauen zwischen Mensch und Pferd.

Antreten lassen –Dem Pferd einen Vorwärtsimpuls geben, damit es beginnt, nach vorne zu treten.

A-Prüfung –Eine von fünf Prüfungsklassen im deutschen Turniersport (Dressur und Springen). A steht für die Anfängerklasse, die im Schwierigkeitsgrad nach der E–Klasse (Einsteiger) kommt.

Arbeit am (langen) Seil –Im Natural Horsemanship werden allgemein zwei Arten der Bodenarbeit unterschieden: Die Arbeit am Knotenhalfter und einem langen Arbeitsseil sowie die Freiarbeit. Bei der Arbeit am langen Seil geht es allein um pferdegerechte Kommunikation. Das in der Regel durchhängende Seil wird dabei als Impulsgeber benutzt, um dem Pferd bestimmte Bewegungen vorzuschlagen, nicht, um das Pferd irgendwo hin- oder wegzuziehen.

Arbeit am (langen) Seil Alexia und Samira bei der Arbeit am langen Seil

B

Bande –Die Umgrenzung einer Reitbahn.

Bareback-Pad –Auch Reitpad oder Reitkissen genannt. Eine sehr leichte und flexible Reitunterlage aus unterschiedlichsten Materialien, die anstelle eines Sattels verwendet werden kann. Der Vorteil ist, dass die Bewegungen des Pferdes vom Reiter sehr genau erspürt werden können; der Nachteil ist, dass Reitkissen die empfindliche Wirbelsäule des Pferdes nicht freihalten. Eine etwas weiterentwickeltere Form ist der Lammfellsattel.

Bareback-Pad Samira mit ihrem Lammfellsattel

Barhuf –Das Pferd wird ohne einen Beschlag mit Eisen. Für einen gesunden Pferdehuf sollte das Barhuflaufen kein Problem sein, das Pferd muss allerdings regelmäßig durch einen qualifizierten Hufpfleger ausgeschnitten werden. Der Einsatz von Hufschuhen steht Barhuf nicht entgegen. Manche Pferde brauchen allerdings aus orthopädischen Gründen einen bestimmten Beschlag, hierüber entscheidet im Einzelfall ein guter Hufschmied.

Blutgallen –Einblutungen in der Sohle des Pferdehufs, in der Regel bei dünner Hufsohle.

Bodenarbeit –Die Bodenarbeit, also die Arbeit mit dem Pferd vom Boden aus, ist der Gegenpol zum Reiten, der Arbeit auf dem Pferd. Im Natural Horsemanship werden allgemein zwei Arten der Bodenarbeit unterschieden: die Arbeit am Knotenhalfter und einem langen Arbeitsseil (Arbeit am (langen) Seil) sowie die Freiarbeit. Weiterhin kann das Pferd in der klassischen Dressur vom Boden aus mit Kappzaum und Doppellonge weitreichend gymnastiziert werden. Auch die Arbeit an der Longe zählt zur Bodenarbeit.

Boxenhaltung –Das Pferd lebt bis zu 24 Stunden in einer Box von ca. 10 -15 qm (abhängig von der Größe des Pferdes). Ursprünglich als eine Verbesserung der früher üblichen und heute tierschutzwidrigen Ständerhaltung eingeführt, ist auch eine reine Boxenhaltung von Pferden wegen des Mangels an Sozialkontakten und Bewegung unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes fragwürdig.

D

Dressur –Disziplin des Turniersports, die auf einer systematischen Gymnastizierung des Pferdes und Verfeinerung der reiterlichen Hilfen beruht.

E

Einschuss –Bakterielle Entzündung von Bindegewebe und Lymphgefäßen, hervorgerufen durch eine Verletzung der Haut. Meistens am Bein, schwillt dieses an der betreffenden Stelle stark an und muss mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt werden.

Englischreiten –Die englische Reitweise ist durch einen beständigen Kontakt zum Pferd über Zügel-, Schenkel- und Gewichtshilfen bestimmt, sowie durch eine bestimmte Art von Sattel und Trense. Sie liegt unter anderem dem internationalen Dressur- und Springsport zugrunde. Andere Reitweisen sind etwa das Westernreiten oder die Klassische / Barocke Dressur.

F

Flatterbandstraße –Mögliches Hindernis in einem Agility Parcours, bei dem aus flatternden Bändern eine Gasse gebaut wird, die das Pferd durchlaufen muss; für das schreckhafte Fluchttier Pferd eine große Herausforderung.

Fliegender Galoppwechsel –Dressurlektion, bei der das Pferd während des Galopps vom Rechts- in den Linksgalopp wechselt und umgekehrt.

Frame Overo –Overo-Scheckzeichnung, bei der die weißen Flächen wie von einem dunklen Rahmen umgeben sind.

Freiarbeit –Im Natural Horsemanship werden allgemein zwei Arten der Bodenarbeit unterschieden: Die Arbeit an Knotenhalfter und langem Seil (Arbeit am (langen) Seil) sowie die Freiarbeit. Die Freiarbeit braucht einiges an Pferdeerfahrung, denn hier arbeiten Pferd und Mensch ganz ohne äußere Hilfsmittel miteinander. Es gibt nur Körper und Stimme, maximal noch ein Seil oder Stöckchen, um mit dem frei umherlaufenden Pferd zu kommunizieren. Je nach Ausrichtung der Freiarbeit kann sich die Pferde-Mensch-Beziehung hier mehr als in jeder anderen Kommunikationsform entwickeln und vertiefen. Traditionell in einem Roundpen durchgeführt, kann ein eingespieltes Pferde-Mensch-Paar auch an anderen Orten frei miteinander arbeiten, wie im Agility Parcours oder auf einer eingezäunten Wiese.

Freiarbeit Alexia und Samira bei der Freiarbeit

Frisches Haff –Teil der Ostsee südwestlich des ehemals ostpreußischen Königsbergs, heute Kaliningrad. Am Ende des 2. Weltkriegs verloren tausende deutscher Flüchtlinge bei der Flucht über das zugefrorene Haff unter ihr Leben.

Fühligkeit –Empfindlichkeit bzw. Schmerzen der (in der Regel zu flachen oder zu dünnen) Hufsohle. Das Pferd läuft vorsichtig bis verhalten und kann im schlimmsten Fall sogar lahmen.

Full-Stop –eine Figur aus dem Reining, der Dressur des Westernreitens. Das Pferd stoppt aus vollem Galopp, indem es sich auf seine Hinterhand setzt. Die fortgeschrittene Form ist der Sliding Stop, bei dem das Pferd (mit speziellen Eisen und auf speziellem Boden) dabei noch einige Meter weiter gleitet.

H

Haflinger –Ursprünglich aus Tirol stammende Gebirgspferderasse, die sich durch cremefarbenes Fell und helles Deckhaar auszeichnet. Haflinger gelten als gutmütig und eigenwillig und sind heute beliebte Freizeitpferde.

Herdenverband –Das Leben in der Herde ist ein Grundbedürfnis des Pferdes, um seelisch ausgeglichen zu sein. Idealerweise in einem kleinen Verband kann es zusammen mit seinen Artgenossen ein angemessenes Sozialleben entwickeln durch gemeinsames Fressen, Trinken, Ruhen oder Fellpflege.

Herdenverband Samira, Cheyenne und Peps auf dem Helfenbein Hof

Heu ad libitum –Das Pferd ist ein Dauerfresser. Bei der „ad lib“-Fütterung kann es seinen Bedarf an Raufutter (Heu) 24 Stunden lang frei stillen. Engmaschige Heunetze können dabei verhindern, dass die Pferde sich überfressen. Auch können bei übergewichtigen Pferden neben dem Heu andere Raufutterarten zur Verfügung gestellt werden.

Heufutterautomat –In einem Aktivstall darf das Pferd, je nach Programmierung seines Transponders, an diesem Automaten in bestimmten Abständen für eine bestimmte Zeit Heu fressen.

Homöopathisches Mittel, Homöopathie –Alternativmedizinische Behandlungsmethode nach Samuel Hahnemann, die auch in der Tierheilkunde eingesetzt wird. Ein richtig gewähltes homöopathisches Mittel wirkt schnell, günstig und nebenwirkungsfrei. Die Wahl des richtigen Mittels braucht allerdings große Erfahrung und nicht für jedes Krankheitsbild ist die Homöopathie die beste Wahl. Im Idealfall arbeiten traditionelle und alternative Medizin zum Wohl des Pferdes zusammen.

Huflederhaut –Sie verbindet die Hufkapsel mit dem Hufbein und ist auch für das Wachstum des Hufhorns zuständig. Der schlimmste Fall einer Entzündung der Huflederhaut ist die Hufrehe.

Hufpfleger(-in) –Ein Hufpfleger ist fachlich dazu ausgebildet, die Hufe von barhuf laufenden Pferden auszuschneiden, zu bearbeiten und damit gesund zu erhalten. Er beschlägt nicht, kann aber im besten Fall mit einem Hufschmied zusammenarbeiten.

Hufrehe –Äußerst schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, hervorgerufen durch mechanische Überbelastung oder durch Stoffwechselstörungen. Eine Hufrehe kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich Hufbein und Hufkapsel komplett voneinander ablösen.

Hufschuhe –Ein Pferd kann durch Empfindlichkeit und Schmerzen in der Hufsohle fühlig laufen. Durch das Anziehen von Hufschuhen, in der Regel an den beiden Vorderhufen, wird die Sohle geschützt und das Pferd kann sich wieder schmerzfrei bewegen. Hufschuhe kommen oft in der Umstellung von Beschlag auf Barhuf zum Einsatz.

I

Integration, Integrationsprozess, Herdenintegration –Ein neues Pferd muss unbedingt schrittweise in eine bestehende Herde integriert werden, um gesundheitsschädlichen Dauerstress (der Neuling kann nicht in Ruhe fressen, trinken oder ruhen) sowie ein hohes Verletzungsrisiko durch Rangordnungskämpfe zu vermeiden. Am besten geschieht das mit einer innerhalb der Herde abgegrenzten Integrationszone, in der das neue Pferd selbst entscheiden kann, wie viel Rückzug und wie viel Kontakt es jeweils braucht.

Integrationszone –Abgegrenzter Bereich zur Eingliederung von neuen Pferden in eine bestehende Herde.

K

Knotenhalfter –aus einem dünne Nylonseil geknotetes Halfter mit einem langen Arbeitsseil daran, das unter anderem in der Bodenarbeit des Natural Horsemanship verwendet wird. Die Knoten wirken auf ganz bestimmte Nervenpunkte des Pferdekopfes ein, wodurch eine feine Kommunikation möglich wird. Darum sollte ein Knotenhalfter immer individuell an den Pferdekopf angepasst werden. Zum Anbinden sollte man es aus dem gleichen Grund nicht verwenden, da sich das Pferd bei zu starkem Druck auf das Halfter ernsthaft verletzen kann.

Knotenhalfter Samira trägt ein Knotenhalter, in das Zügel und ein Arbeitsseil integriert sind, ein sog. Natural Hackamore

Kotwasser –Vor oder nach dem Äpfeln läuft braunes Wasser aus dem After. Oft ein Zeichen von psychischem Stress und Störungen der Darmflora. Wenn das Auftreten von Kotwasser anhält, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Kraftfutterautomat –In einem Aktivstall darf das Pferd, je nach Programmierung seines Transponders, an diesem Automaten in bestimmten Abständen eine vordefinierte Portion Kraftfutter (z. B. Hafer) fressen.

Krankenbox –Separater Bereich in einem Offenstall, in dem kranke Pferde zur Genesung abgesondert werden können, ohne den Kontakt zu ihrer Herde zu verlieren.

L

Laufstall –Eine Haltungsform, in der sich die Pferde im Herdenverband frei auf einer umgrenzten und zumindest teilweise befestigten Fläche bewegen können. Der Gegensatz dazu ist die Einzelhaltung. Auch wenn ein Lauf- oder Offenstall prinzipiell die Form der Pferdehaltung ist, die dem Herden- und Lauftier Pferd am meisten gerecht wird, so hängt es doch von vielen Faktoren ab, ob sich ein individuelles Pferd in dieser Haltungsform tatsächlich wohlfühlt. Letztlich gibt es nicht die eine Haltungsform, die für jedes Pferd passt, vielmehr muss von Fall zu Fall entschieden werden, welches Pferd an welchem Ort am besten aufgehoben ist.

Lecken, sich mit der Zunge das Maul lecken, auch: Lecken und Kauen –In der Bodenarbeit leckt sich das Pferd oft die Lippen, nachdem es eine neue Aufgabe erfolgreich bewältigt hat und ausgiebig gelobt wurde. Allgemein zeigt das Pferd mit Lecken der Lippen den Übergang von einem Zustand der Anspannung zu Entspannung an.

Leittier –siehe Alphatier

Liegehalle –In der Haltungsform des Offenstalls der Bereich, in dem sich die Pferde bei Bedarf hinlegen oder ruhen können. Wichtig sind hier ein weicher, nachgiebiger Untergrund sowie eine ausreichende Größe der Liegehalle im Verhältnis zur Anzahl der Pferde. Oft besitzen Offenställe statt einer Liegehalle auch nur Unterstände, an deren Untergrund jedoch dieselben Anforderungen zu stellen sind.

Longe –Das Pferd läuft an einer langen Leine im Kreis um den Longenführer herum. Das Longieren wird vor allem im Anfänger-Reitunterricht sowie in der Jungpferdeausbildung eingesetzt.

L-Prüfung –Eine von fünf Prüfungsklassen im deutschen Turniersport (Dressur und Springen). L steht für die Leichte Klasse, die im Schwierigkeitsgrad nach der A–Klasse kommt.

M

M-Prüfung –Eine von fünf Prüfungsklassen im deutschen Turniersport (Dressur und Springen). M steht für die Mittelschwere Klasse, die im Schwierigkeitsgrad nach der L–Klasse kommt. Die höchste Klasse ist die (Schwere) S–Klasse.

N

Natural Horsemanship, NHS –Aus den USA stammende Bewegung, die sich um eine artgerechte Kommunikation zwischen Mensch und Pferd bemüht. Die „Pferdesprache“ bildet die Basis des NHS und ist in erster Linie Körpersprache, auf fortgeschrittenen Ebenen das sogenannte „feel“, das am besten mit „Ausstrahlung, Energie“ zu übersetzen wäre. Eine wesentliche Methode des NHS ist die Bodenarbeit am Knotenhalfter, in der mit verschiedenen Übungen die Beziehung zum Pferd immer wieder neu geklärt und beständig vertieft wird. Ein fortgeschrittenes Element des NHS ist die Freiarbeit im Roundpen. Die Grundprinzipien des NHS sind Vertrauen und Respekt zwischen Mensch und Pferd (in beide Richtungen!), die zu einer echten und tiefen Partnerschaft zwischen beiden führen können.

Natural Horsemanship, NHS Vertrauen zwischen Pferd und Mensch ist die Basis

O

Offenstallhaltung –siehe Laufstall

Overo –Scheckzeichnung, bei der die weiße Farbe sich über den Bauch ausbreitet. Die Rückenlinie ist dunkel, ebenso meistens die Beine. Es gibt verschiedene Typen von Overo-Schecken.

P

Paddock –Eingezäunter Auslauf unterschiedlicher Größe, der überwiegend befestigt und damit auch im Winter trittfest gemacht ist. In der Regel ist ein Paddock, neben der Liegehalle, Teil eines Offenstalls. Im Gegensatz zur Weide gibt es auf einem Paddock keinen Grasuntergrund.

Paddock Unterer Paddock am Helfenbein Hof

Paddockbox –Einzel-Pferdebox, an die ein mehr oder minder großer Austritt angeschlossen ist. Diese Haltungsform stellt eine verbesserte Form der Boxenhaltung dar, wird bei einem gesunden Pferd allerdings dessen Bedürfnis nach Sozialkontakten und Bewegung in der Regel nicht gerecht.

Paddock-Trail, Paddock Paradise –Aus den USA stammende, spezielle Form der Offenstallhaltung, die anstatt einer großen, eingezäunten Fläche aus langen Laufwegen, sogenannten Tracks besteht. Pferde bewegen sich im Allgemeinen nicht mehr, als es der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse dient. Durch die Anlage eines Paddock–Trails mit unterschiedlich langen Tracks werden die Pferde dazu verleitet, ständig „auf Wanderschaft“ zu sein, was ihrem natürlichen Verhalten näherkommt, als nur an einer Heuraufe herumzustehen. Damit wird die Gesunderhaltung der Hufe sowie des ganzen Pferdes gefördert. In unseren Breiten ist die Anlage eines ganzjährigen Paddock-Trails allerdings eine sehr aufwendige und kostenintensive Angelegenheit, denn die Untergründe der Tracks müssen, ebenso wie beim Laufstall, zumindest teilweise befestigt werden, damit sie sich bei Regen nicht in eine Matschlandschaft verwandeln.

Paddock-Trail, Paddock Paradise Paddock Trail mit unterschiedlichen Fressplätzen am Helfenbein Hof

Paint, Paint Horse –Geschecktes Quarter Horse, das seit den 1960 Jahren in den USA als eigene Rasse gilt. Die verschiedenen möglichen Scheckzeichnungen sind durch die American Paint Horse Association (APHA) genau festgelegt.

Pferdeflüstern –Deutsche Bezeichnung für das Natural Horsemanship.

Ponys, Kleinpferde und Pferde –Je nach Größe unterscheidet man Ponys (Stockmaß von höchstens 148 cm), Kleinpferde (zwischen 130 und 147,3 cm, also eigentlich auch ein Pony) und Großpferde (über 148 cm Stockmaß). Das Stockmaß entspricht der Höhe des Widerrists.

Q

Quarter, Quarter Horse –Aus den USA stammende Pferderasse, die auf die importierten Pferde der spanischen Eroberer sowie der europäischen Siedler des 17. Jahrhunderts zurückgeht. Benannt nach den Ende des 18. Jahrhunderts populären Quarter Mile Races (Viertelmeilenrennen), die im Süden der USA auf den Dorfstraßen ausgetragen wurden, wurden Quarter Horses die Arbeitspferde der amerikanischen Cowboys. Quarter Horses sind mittelgroße, muskulöse Pferde, die als sehr intelligent und nervenstark gelten. Sie kommen heute vor allem im Western- und Freizeitreiten zum Einsatz.

R

Ranghoch, rangniedrig –Bezeichnet den Rang, den ein Tier innerhalb der Rangordnung einer Herde einnimmt. Bei Pferden ist die Ranghöhe nicht der einzige soziale Faktor; es gibt auch Freundschaften zwischen ranghohen und rangniedrigen Tieren.

Rappschecke –Schwarz-weiß geschecktes Pferd, im Gegensatz zu einem braun–weiß gescheckten Braunschecken.

Rappschecke Samira ist ein Rappschecke, Peps ein Braunschecke

Raschelplane –Mögliches Hindernis in einem Agility Parcours, bei dem auf dem Boden eine knisternde Plane ausgelegt wird, über die das Pferd laufen soll. Für das schreckhafte Fluchttier Pferd ist das eine große Herausforderung.

Roundpen –Ein runder, hoch eingezäunter Platz von mindestens 14 m Durchmesser, in dem sich das Pferd bei der Arbeit vollkommen frei –d. h. ohne Sattel, Zaumzeug oder Halfter –bewegen kann. Der Roundpen ist ein geeigneter Ort für die Freiarbeit mit Pferden. Man kann darin Pferde auch longieren.

Roundpen Samira und Alexia im Roundpen

S

Salzleckstein –Um ihren Salzhaushalt ausgeglichen zu halten, sollte Pferden immer ein Leckstein zur Verfügung stehen. Dieser wird von Pferden auch sehr gern benutzt. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, die Raufuttergaben regelmäßig mit einem Mineralfutter zu ergänzen, da im Heu heutzutage oft nicht mehr alle Mineralien enthalten sind, die das Pferd zu seiner Gesunderhaltung braucht. Hierüber kann eine Heuanalyse Aufschluss geben.

Schulbetrieb –Ein Stall, in dem Reitschülern sogenannte Schulpferde zur Verfügung stehen und in dem es regelmäßigen Reitunterricht gibt. In einem Stall ohne Schulbetrieb stehen nur Privatpferde.

Schulpferd –Ursprünglich ein klassisch gut geschultes Pferd, von dem ein Reiter viel lernen konnte. Mit der Ausbreitung des Freizeitreitens in Deutschland wurde der Begriff auf all die kaum ausgebildeten Verleihpferde angewandt, die in Reitschulen Reitanfängern stundenweise zur Verfügung stehen.

Selektionszone –Bereich in einem Aktivstall, zu dem ein Pferd bedarfsweise Zugang bekommen kann, um Heu ad libitum zu fressen.

Shetlandpony, Shetty –Ursprünglich von den Shetlandinseln stammende Ponyrasse, die nicht größer als 107 cm Stockmaß wird und vor allem als Kinderpony sehr beliebt ist.

Sohle, Hufsohle –Die Hornschicht zwischen der Unterseite des Hufbeins und der äußeren sichtbaren Sohle. Die Tiefe und Wölbung der Sohle entscheidet darüber, ob das Pferd fühlig läuft.

Sommerweide, Sommerkoppel –Viele Freizeitpferde und Zuchtstuten mit ihren Fohlen werden während der Weidesaison von Mai bis Oktober ausschließlich auf der Koppel gehalten und vom Weidegras ernährt. Da nicht alle Pferde eine solche Sommerweidehaltung vertragen, kommen sie alternativ dazu im Sommer nur stundenweise aufs Gras und verbringen den Rest des Tages mit Heufütterung im (Offen-)Stall.

Splashed White Overo –Overo-Scheckzeichnung, bei der das Pferd aussieht, als sei es mit weißer Farbe „bespritzt”.

Stichelhaar –Das plötzliche und massive Auftreten von weißen Haaren im Fell kann beim Pferd unter anderem auf einen überlasteten Stoffwechsel hindeuten. Bei einigen Pferden kann das Stichelhaar auch eine natürliche Farbgebung sein, die in hell oder dunkel auftritt.

Strahl, Hufstrahl –Strahlförmiges, gummiartiges Bindegewebspolster an der Unterseite des Pferdehufs, das im Gegensatz zum umgebenden Hufhorn sehr empfindlich ist.

T

Tierheilpraktiker(-in) –Alternativmedizinisch geprägte(r) Heilkundige(r) ohne tierärztliche Ausbildung und Zulassung. Der Begriff Tierheilpraktiker ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt.

Tobiano –Scheckzeichnung, bei der die weiße Farbe über die Rückenlinie verläuft. Außerdem haben Tobiano-Schecken weiße Beine.

Tobiano Paint Stute Peps ist ein klassischer Bay Tobiano mit weissen Beinen und weißem Rücken.

Traber –Ein ursprünglich bei Trabrennen eingesetztes Pferd. Traber können aus unterschiedlichen Rassen stammen.

Trakehner –Ursprünglich aus Ostpreußen stammende Pferderasse, deren Zucht nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland wieder aufgebaut wurde. Trakehner gelten durch ihren hohen Vollblutanteil als besonders ausdauernd und leistungsstark. Sie werden heute auf der ganzen Welt gezüchtet und vor allem im Vielseitigkeitssport und der Dressur eingesetzt.

Transponder –Ein individuell programmierter Chip, den jedes Pferd in einem Aktivstall z.B. in die Mähne eingeflochten trägt und der die Fresszeiten und -mengen von Kraft- und Raufutter (im Aktivstall ist das vor allem Heu) sowie eventuelle Zugangsberechtigungen zu Selektionszone und Weide regelt.

V

Vollblut-Quarter-Mix –Eine Kreuzung aus Quarterhorse und Vollblut.

W

Wälzplatz –Mit Sand oder groben Holzspänen bestreuter Bereich im Offenstall, an dem die Pferde sich wälzen können. Das Wälzen ist ein arteigenes Bedürfnis des Pferdes und zeigt Entspannung und Wohlbefinden an. Außerdem ist es eine natürliche Form der Fellpflege.

Weichenlassen (der Vorder– oder Hinterhand) –Bodenarbeits- und Gymnastizierungsübung, bei der die Vorder- oder Hinterbeine des Pferdes seitlich übertreten.

Westernreiten –Die Westernreitweise entstammt dem Gebrauchsreiten der amerikanischen Cowboys. Es ist ein Impulsreiten mit einhändiger Zügelführung und durch eine bestimmte Art von Sattel und Trense gekennzeichnet. Das Westernreiten kennt unterschiedlichste Disziplinen, die an die Arbeitsweise der Cowboys angelehnt sind (z. B. Cutting, Reining, Trail). Andere Reitweisen sind etwa das Englischreiten oder die Klassische / Barocke Dressur.

Widerrist –Der oft knochig herausstehende Übergang von Hals zum Rücken bei Säugetieren.

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